Barry

Felix von der Hummelwiese
27.11.2000 - 05.07.2006
, schwarz-weiß

Barry

(Orora´s Stevie Wonder - Ginger von der Hummelwiese)



 

Mitten drin statt nur dabei!

Auch unser Barry-Bär hatte eine bewegte Geschichte. Ein Jahr nach Sirshas Einzug war zumindest ich bereit für einen zweiten Hund und natürlich sollte es wieder ein Beardie werden. Mein Mann war da allerdings noch nicht so richtig überzeugt, sämtliche Vorschläge stießen auf taube Ohren.

Mit Rosi und Archie Ploen von der Hummelwiese verbandt uns zu diesem Zeitpunkt schon eine Freundschaft und als ich mal wieder auf ihrer Homepage unterwegs war stand da plötzlich ein zweieinhalb jähriger Beardie Bub zur Vermittlung.

Mit wenig Hoffnung machte ich meinen Mann darauf aufmerksamt und siehe da, er sagte "versuchen wirs mal". Also habe ich mal bei Rosi angerufen und mich nach "Gatsby" erkundigt. Gatsby wurde als Welpe in eine Familie mit zwei Kindern vermittelt und sollte jetzt wegen "Allergie" abgegeben werden. Mit diversen Informationen ausgestattet rief ich nun bei den damaligen Besitzern an und bald war klar, dass nicht unbedingt die Allergie des jüngsten Kindes den Ausschlag zur Vermittlung gegeben hatte sondern eher Zeitmangel und Desinteresse. Nach einem längeren Telefonat wurden wir uns einig (vor allem was den "Preis" betraf) und Gatsby sollte zu uns umziehen.

Gatsby, der inzwischen wieder Felix genannt wurde, war zwischenzeitlich auf eine Pflegestelle zu Anja und Bernd Grosze umgezogen und ließ es sich da mit seinem Neffen Moby Dick von der Hummelwiese gut gehen.

Ein Plan wurde entworfen wie wir nun mit "unserem Hund" zusammen kommen könnten. Es bot sich an, dass wir uns mit Rosi und einer Freundin von ihr auf halber Strecke treffen, da Rosi dort auf einer "Bärenmesse" einen Stand hatte.

Am 19.09.2003 war es dann endlich soweit, wir sahen Felix zum ersten mal! Wow! Wir waren ja nun Sirsha, unser kleines Mädchen, gewöhnt, so dass uns Felix einfach riesig vorkam. Felix hat sich dann erst mal einen Anraunzer von Sirsha eingehandelt als er ihr zu aufdringlich war, aber somit waren auch diese Fronten geklärt. Felix war die ganze Zeit die Ruhe in Person und hat sich ohne Problem mit Sirsha in den Kofferraum unseres Twingos verfrachten lassen und so sind wir dann wieder heim gefahren.

Wir waren glücklich, nur die Namen ... weder Gatsby noch Felix haben uns gefallen. Auch schon vorher haben wir lange überlegt, doch so richtig wollte uns nichts einfallen. Auf meinem ersten Spaziergang mit Felix und Sirsha habe ich ihn dann zum ersten mal bellen gehört, von da an war sein Name klar! Barry, nach Barry White, nichts anderes sollte es sein. Barry nach seiner Stimme und White weil er ja auch etwas weiß überzeichnet war. Für uns immer nur Barry oder Barry-Bär.

Barry hatte eine gute "Grundausbildung" genossen, ging ordentlich an der Leine und ließ sich gut abrufen. Was mich allerdings sehr verwunderte war, dass er kein Treppenlaufen und das Kommando "Aus" nicht kannte. Ich werde nie sein Gesicht vergessen, als wir am ersten Tag zum schlafen in den 1. Stock gingen und Barry ganz unglücklich am Treppenabsatz stehen blieb. Auf mein "Kommando" :"Komm, du darfst mit!" hat sich dieses Gesicht erst in völligen Unglauben und dann in absolute Freude geändert. So stackste er wohl fast zum ersten mal in seinem Leben die Treppen nach oben und freute sich wie ein Schneekönig.

Mit der Zeit bemerkten wir, dass Barry eigentlich gar nicht so groß war, wie wir am Anfang gedacht hatten, aber er hatte eine solche Ausstrahlung, dass er uns und fast allen die ihn kannten gleich um einiges größer vorkam. Man merkte einfach, wenn Barry im Raum war.

Barry war ein Traum, sein einziges Manko war, dass er an der Leine andere Rüden anstänkerte und bei Spaziergängen gerne mal "sehr weit" voraus lief. Das erste Problem wurde mit der Zeit besser und nach seiner Kastration war es fast weg. Übrigens wurde er nicht deshalb kastriert, sondern weil Sirsha ja auch nicht kastriert war und Barry zudem noch einen Hodenhochstand hatte. So hat es sich angeboten ihn unters Messer zu legen, das Risiko einer bösartigen Entartung des oben gebliebenen Hodens wollte ich nicht eingehen.

Das zweite Problem lies sich an einem einzigen Sommerabend beheben! Mir wurde es sehr bald zu blöd, immer mit einem "Fernglas" nach meinem Hund suchen zu müssen und so dachte ich mir eines Abends - dir gebe ich. Nach einem normalen Abendspaziergang hab ich Sirsha nach Hause gebracht und bin dann nochmal mit Barry alleine auf die Wiese. Wie gewohnt lief er erst mal ein gutes Stück voraus. Ich hab mich einfach umgedreht und bin ich die andere Richtung gegangen, irgendwann hat Barry das gemerkt und kam angerannt um dann eben in diese Richtung davonzurennen, also hab ich wieder umgedreht. So ging das eine halbe Stunde und die Leute müssen gedacht haben "jetzt spinnt sie ganz!". Dann hat es bei Barry "klick" gemacht und plötzlich waren wir uns einig über einen akzeptablen Spaziergehabstand! Ab und an hat er es zwar vergessen oder wollte ausprobieren ob das denn wirklich noch so gilt, zwei Richtungsänderungen und er hat es wieder verstanden.

Barry konnte aber auch sehr nachtragend sein, so hat er gerne mit einem etwas kleineren Mischling hier aus der Nachbarschaft gespielt bis zu jenem Tag, als Barry bei spielen wohl ein bisschen zu sehr zugepackt hat und der kleiner daraufhin auf ihn losgegangen ist. Das war´s, gespielt wurde nie wieder, man hat sich höchstens noch mit Nichtbeachtung gestraft.

Dass er genau wusste um was es geht hat er uns an einem ganz besonderen Beispiel gezeigt. Wir hatten zu Barry´s Zeiten einen sehr gefährlichen, weil bissigen, Schäferhund namens "Rambo" im Wohngebiet. Rambo hatte nach mehreren Beisvorfällen von der Gemeinde aus Leinenzwang. Wenn wir auf der Wiese unterwegs waren musste ich immer besonders aufpassen, dass ich Barry rechtzeitig an die Leine nahm, wenn wir in seine Nähe kamen. Habe ich das verpasste, stürmte Barry aufgeregt knurrend und bellend auf ihn zu, um dann ca. 1m vor dem Ende von Rambos Leine anzuhalten und ihn ausdauernd anzukläffen. Bei jedem Beller hob Barry dann, wie es seine Art war, mit den Vorderbeinen ab. Was Rambo und sein Herrchen natürlich in Rage versetzt hat. Bei solchen Gelegenheiten hab ich immer darum gebetet, dass Rambos Herrchen genug Kraft in den Armen hat (Rambo wog zu Spitzenzeiten 55kg) und dass das Leinenleder halten würde. Barry hat allerdings nie seinen Sicherheitsabstand unterschritten oder versucht Rambo ernsthaft anzugehen.

Andererseits hatten wir zu dieser Zeit viele junge Hunde auf der Wiese und wenn sich einer nicht benahm, war Barry da und hat ihn zurecht gewießen, oft brauchte er nur einen missbilligenden Blick dafür. Wenn sich Zwei in der Wolle hatte ist er dazwischen gegangen, einfach in dem er sich zwischen die Kontrahenten gestellt und erst den Einen und dann den Anderen angeschaut hat. Wenn das nicht gereicht hat, hat er sich zielsicher den Oberstänkerer geschnappt und ihn in seine Schranken gewiesen

Mit der Zeit wurde aus Sirsha und Barry ein eingespieltes Team. Sirsha liebte es ja Bällchen und Stöckchen zu apportieren und Barry liebte es im Gegenzug sie dabei zu stören! Man konnte die Zwei überall mit hinnehmen. In Restaurants lagen sie unter dem Tisch und waren weder zu sehen noch zu hören. In die Stadt gingen sie ohne Probleme mit und sogar an belebten Stränden konnte man sie ohne Leine rennen lassen.

Als unsere kleine Katze Grizel bei uns einzog hat Barry sich um sie gekümmert, sie durfte sogar mit an seinen Napf.

Am 05.07.2006 war unsere schöne Zeit zusammen plötzlich vorbei! Barry starb bei einem Unfall.

Barry-Bär, auch wir sehen uns wieder und ich hoffe, du kannst uns verzeihen, dass wir nicht besser auf dich geachtet haben.

Inzwischen pass uns gut auf deine Mama Ginger, deinen Papa Stevie, deine Schwester Anna-Lena, deine Halbschwester Wilma und deine Katzen Tristan und Grizel auf.

Hier noch ein paar Bilder vom Bären:

 

   Ginger von der Hummelwiese - Barrys Mama (© R.Ploen)   Orora´s Stevie Wonder - Barrys Papa (© R.Ploen)
  Aus dieser Liebelei folgte (© R.Ploen)   dieser Wicht und seine 9 Geschwister (© R.Ploen)
  Kleiner Mann mit großem Hunger (© R.Ploen)   21.03.2001 Barry wächst und gedeiht (© R.Ploen)
  Auch damals schon sitzt ihm der Schelm im Nacken! (© R.Ploen)   Sieht man doch oder? (© R.Ploen)
  Barry im Jugendpelz, damals zu Besuch auf der Hummelwiese   Ein fescher Kerl (© R.Ploen)
   19.09.2003 endlich dürfen wir ihn abholen   Sirsha und Barry auf der Rückfahrt
   
   Sie schauen doch glücklich aus die Männer, oder?    Barry wie immer, mitten drin statt nur dabei
   
   Die Wasserratten    Für ein Rennen war er immer zu haben
   
   Endlich Schnee!!!    Ups!
   
  Ausnahmsweise mal ernst.   Barry lernt Salem kennen, das Katerchen von Bekannten
   
   Klein Grizel tatzelt "Papa" Barry auf die Nase    Sirsha und Barry auf Rügen, Barry der Casper!
  Drachentöter Barry   Ganz der Gentleman
  Die letzten Bilder von Barry aufgenommen am 03.07.2006   Hätten wir doch geahnt was kommt ...

Wenn die Liebe einen Weg
zum Himmel finden würde
und Erinnerungen zu Stufen würden,
dann würde ich
hinaufsteigen
und dich zurückholen.
Author unbekannt

Möge dein Weg dir freundlich entgegenkommen. Möge die Sonne dein Gesicht erhellen. Möge der Wind dir den Rücken stärken und der Regen um dich herum die Felder tränken. Möge der gütige Gott dich in seinen Händen halten.

Aus Irland


Möge dein Weg dir freundlich entgegenkommen. Möge die Sonne dein Gesicht erhellen. Möge der Wind dir den Rücken stärken und der Regen um dich herum die Felder tränken. Möge der gütige Gott dich in seinen Händen halten.


Möge Dein Weg Dir freundlich entgegenkommen.
Möge die Sonne Dein Gesicht erhellen.
Möge der Wind Dir den Rücken stärken und
der Regen um Dich herum die Felder tränken.
Möge der gütige Gott Dich in seinen Händen halten.
Aus Irland