Alec ganz privat

Alec von der Hummelwiese
11.11.2004 - 13.12.2012

fawn-weiß

Alec

(Danny von der Hummelwiese - Hannelotte von der Hummelwiese)




Viel zu schnell und viel zu früh!

Am 13.12.2012 mussten wir Abschied nehmen, Alec ist ein letzes mal,friedlich in meinen Armen eingeschalfen. Drei Wochen und einen Tag vorher war noch alles in Ordnung, einen Tag später erlitt Alec einen Kreislaufzusammenbruch. Die Diagnose war Autoimmune hämolytische Anämie. Wir wussten, dass die Prognose schlecht war, aber die Hoffnung hat uns nicht verlassen und auch Alec hat bis fast zum letzten Tag gekämpft. Einen mehrtägigen Klinikaufenthalt, 2 Bluttransfusione (Frasier und Lotta von Harry und Brigitte waren die Spender), diverse Spitzen und Blutabnahmen hat er klaglos über sich ergehen lassen. Das Klinikpersonal (Danke hier an die Tierklinik Walla in Wiesloch) war begeistert von ihm.
Drei Wochen mit stetigen Aufs und Abs, drei Wochen mit Hoffen und Bangen, drei Wochen mit schlaflosen Nächten, das alles haben wir gerne gemacht, wenn es nur geholfen hätte!
Neben der Anämie wurde bei Alec auch noch ein erhöhter Anaplasmose Titer festgestellt und mitbehandelt. Im Laufe der Zeit kamen noch offene Hinterpfoten, eine Pankreatitis, schlechte Leberwerte und Krampfanfälle dazu. Das alles hat unserem Bärchen die Kraft zum weiterkämpfen geraubt.

Alec du fehlts uns an allen Ecken und Enden, ich hätte nie gedacht, dass es so still sein kann im Haus! Nie wieder werden wir so einen sanften und liebevollen Hund haben können, du warst niemals aufdringlich, aber für eine Einladung ins Bett immer zu haben. Unser Spiel war "wer ist schneller", Deine Zunge oder mein Gesicht! Du wolltest es immer recht machen, auch wenn Du es aufgrund Deiner Ängstlichkeit nicht immer konntest, wenn ich mit Frasier geschimpft habe, warst Du geknickt. Erst vor ein paar Monaten haben wir herausgefunden wie wir zusammen auf dem Hundeplatz arbeiten können, wie Dir das Ganze Spaß macht. Jeden Tag wurdest Du ein bischen sicherer, nicht mehr jeder Knall hat Dich beeindruckt.
Es ist nicht fair, dass Du gehen musstest!

Alec wir hoffen von Herzen, dass Du nun wieder, ohne Beschwerden und ohne Angst, mit Sirsha und Barry, deinem Papa Danny, der restlichen Verwandtschaft und deiner Freundin Wilma um die Wette rennen und nach Herzenslust bellen kannst. Gib allen, auch Tristan und Grizel wenn Du sie da drüben sehen solltest einen sanften Nasenstüber von uns. Auch wir werden uns wieder sehen, kleiner, dicker Bär, bis dahin halte die Zügel in der Hand und sei nicht so streng mit den Anderen.

Ich möchte hier auch nochmal allen Danken die uns in dieser schweren Zeit mit Gedanken und Taten zur Seite gestanden haben, Rosi und Archi Plön, Claudia und Heiner Blesch, Dr. vet. Antonietta Pallavicini, Dr. vet. Mayer-Köbnick, Hardy, Carmen und Eckhardt und allen aus dem Sirsha-Forum sowie alle Andreren die ich vergessen habe.


Ein Hund der leisen Töne!

Zu Alec kamen wir wieder wie die Jungfrau zum Kinde!
Alecs Geschichte beginnt eigentlich schon im Dezember 2006. Wie fast jedes Jahr hatte Rosi Ploen wieder ihren wunderschöne Adventskalender online gestellt und ich habe mich verliebt! Fawn war nie meine Farbe, ein Bild von Archie mit Alec hat mich eines besseren belehrt.

Mehr als 2 Hunde sind aber bei uns nicht möglich und so begrub ich diesen Traum in Fawn ganz tief in meinem Herzen. Wärend unseres Urlaubs im Juni 2007 haben wir dann die Hummelwiese besucht und Alec kennengelernt. Sirsha war freundlich gesinnt und hat sich bald zurückgezogen, Frasier war hin und weg und hat gebaggert was das Zeug hielt, mein Mann war neutral wie immer und ich? Als ich ihm die Haare aus den Augen gestrichen habe dachte ich jemand zieht mir die Beine weg, obwohl die Farbe ganz anders ist, dachte ich im ersten Moment Barry schaut mich an! Schweren Herzens verabschiedeten wir uns aber wieder ohne Hund, denn mehr als 2 sind nicht möglich!

Völlig unerwartet starb dann Sirsha nur 4 Wochen später und mein erster Gedanke war - Nein, jetzt erst mal keinen 2. Hund mehr! Barrys Schwester lebte noch auf der Hummelwiese und wenn sollte es ein Baby aus ihrem letzen Wurf sein - doch der wird erst Ende nächsten Jahres (2008) erwartet.

Genau 2 Tage habe ich es ausgehalten mit "nur" einem Hund zu leben. Einen Welpen wollte ich definitiv nicht zu Frasier dazu haben, dazu war er mir selber noch zu "unfertig". Also rief ich Rosi an und auf meine Frage ob Alec noch da sei (er hatte ein Zuhause in Aussicht als wir auf der Hummelwiese waren) schlich sich ein Lachen in ihre Stimme und er war noch da! Wir haben uns lange unterhalten und schlussendlich durfte Alec zu uns umziehen.

Also sind wir 1 Woche später wieder zur Hummelwiese gefahren (von uns aus ca. 720 km einfach) und haben uns Alec Samstags unter anderen Gesichtspunkten angesehen, abends stand fest, er kommt mit uns!

Rosi ein ganz dickes Danke hier auch an Dich und Archie, aber besonders an Dich, ich weiß wie schwer es Dir gefallen ist ihn nach so langer Zeit doch noch gehen zu lassen.

Alec ist ein Schatz und obwohl er mich bei unserem ersten Kennenlernen an Barry erinnert hat entpuppt er sich jetzt jeden Tag mehr als Sirshas Erbe, er hat die gleiche sanfte Art und macht viele Dinge genauso wie sie es getan hat, z.B. wenn er den Katzen nachsteigt oder einfach nur zum Schmusen kommt. Wenn es so etwas wie Seelenwanderung geben sollte bin ich sicher ein Stück von Sirsha ist in Alec übergegangen.

Inzwischen hat er sich recht gut bei uns eingelebt auch wenn unsere Anfangszeit nicht ganz einfach war.

Alec war als Welpe kurzzeitig vermittelt, kam aber wieder zurück und hatte dann eine himmlische Kinder- und Jugendzeit auf der Hummelwiese. Irgendwann hat er dann allerdings entschlossen, dass er erstens fremde Menschen nicht so prickelnd findet und Theo die Rudelführung streitig machen könnte (sie sind ja vom Alter nur 1 Woche auseinander). Alec war also was man als zurückhaltend beschreiben würde. Als wir auf der Hummelwiese waren hat er uns aber schnell ins Herz geschlossen und ich wollte diesen Hund unbedingt haben. Auf der Rückfahrt hatten wir dann die ersten Probleme. Nach einer Pinkelpause (Alec war natürlich an der Leine), beim Einsteigen ins Auto ist es passiert! Alec sprang aus dem Auto und rannte davon! Rufen nützte nichts und mir ist das Herz in die Hose gerutscht! Wer mich kennt, der weiß, dass ich nicht unbedingt "athletisch" bin, aber in diesem Moment bin ich diesem Hund hinterhergerannt als wenn es kein Morgen gäbe! Minuten später (die mir wie Stunden vorkamen) fand ich Alec dann unter einem Busch an einem Bach liegend, mit Kletten gespickt aber glücklich, als wenn er sagen wollte:"na hast du es jetzt auch endlich geschafft?" Er lies sich problemlos wieder anleinen und ging ganz ruhig und gelassen mit mir zurück zum Auto. Heute noch bin ich unendlich dankbar, dass wir für diese Pause von der Autobahn abgefahren sind und uns ein ruhiges, kleines Dorf ausgesucht hatten. Nicht vorzustellen, wenn das auf einem Autobahnrastplatz passiert wäre! 


Zuhause angekommen hat sich Alec wieder normal verhalten, keine Probleme mit Frasier oder den Katzen, bis es ans Gassi gehen ging! Plötzlich war der Hund im Keller und wenn er gekonnt hätte, dann hätte er sich eine Decke über den Kopf gezogen um zu sagen:"seh ich dich nicht, siehst du mich auch nicht, dann muss ich nicht raus und der Himmel fällt mir nicht auf den Kopf!" Wenn man ihn dann endlich aus dem Keller gelockt, geschoben, gezogen und teilweise getragen hatte, bewegte er sich draußen wie eine Eidechse, die Rute klemmte am Bauch und der Bauch war knapp über dem Boden. Ich glaube, hätte die Natur nicht ihr Recht gefordert, hätte er in dieser Zeit weder gepinkelt noch sein großes Geschäft erledigt. Er hat allerdings nie ins Haus gemacht! Ich war verzweifelt, aber ich wollte diesen Hund, also mussten wir da durch! Mit der Zeit besserte sich sein Verhalten und er ging, wenn auch nicht freudig, so doch wenigstens duldsam mit auf Spaziergänge. Wenn irgendwo eine Tür zuschlug, ein Motorrad fuhr oder ein Hubschrauber flog oder sonst ein plötzliches Geräusch war, dann entwickelte dieser Hund plötzlich unheimliche Kräfte in seinem Versuch uns wieder zurück ins Haus zu ziehen. Gaaanz langsam baute sich dann doch noch sein Vertrauen zu uns auf, so dass wir es nach fast einem Jahr geschafft hatten ihn auch an bekannten Plätzen und Gegenden ohne Leine laufen lassen zu können. Ich weiß allerdings nicht mehr, wie oft Alec von der Wiese, die bei uns in der Gegend ist, alleine nach Hause gegangen ist. Jedes mal ist mir wieder mulmig zumute gewesen, denn er muss dazu mind. einmal über die Straße. Gut es ist ein Wohngebiet mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung aber nicht alle halten sich daran! Andererseits wollte ich meinen Hund auch nicht zu einem Leben an der Leine verurteilen. Also haben wir weiter geübt.

Ein weiteres Problem war, dass er nach seinem Einzug ziemlich schnell angefangen hat sein gewohntes Trockenfutter zu verweigern und wiederkehrende Durchfälle zu bekommen. Was haben wir im Laufe der Zeit nicht alles probiert, verschiedenste Trockenfutter, mit Dosenfutter angereichert, mit Kartoffeln, Nudeln, Reis, Quark, Joghurt, Karotten, etc, eingeweicht, trocken ..., Darmsanierung, Behandlung auf Giardien (nach Befund), regelm. Entwurmungen ... Er hat alles über sich ergehen lassen, nur gefressen hat er nur, dass was unbedingt notwendig war und brachte noch knapp 19kg auf die Waage! Zielführend in dieser Hinsicht war erst ein Verzweiflungsversuch mit einem Kastrationschip - siehe da, plötzlich fraß der Hund und er war auch nicht mehr ganz so ängstlich. Nur die rezidivierenden Druchfälle blieben uns erhalten. Der Erfolg und dass Alec im Laufe der Jahre vereinzelte (fünf in fünf Jahren) epileptische oder zumindest epileptiforme Anfälle hatte, hat uns Ende 2011 dazu veranlasst Alec nun endgültig kastrieren zu lassen. Gleichzeit habe ich im November 2011 angefangen für ihn zu kochen, also Reis, verschiedene Gemüse + versch. Hackfleisch und Vitamin und Calcium Zusätze, heute auch mal hochwertiges Dosenfleisch anstatt frischem Hack. Die Kastration hat dazu geführt, dass er nun "immer" Hunger hat, und seit ich koche hat er nun (toi, toi, toi) keinen Durchfall mehr!

Im Laufe der Jahre haben wir vieles versucht, von der Verhaltenstherapie bis zu angeblich beruhigenden Futterzusätzen (keine Medikamente), mit nichts waren wir so wirklich zufrieden und nichts hat wirklich was gebracht, was seine Ängstlichkeit betrifft.

Was das meiste gebracht hat war Gedult und Vertrauen, Vertrauen in Alec und Vertrauen von Alec in uns. Heute haben wir eine gute Basis und Alec kann an den meisten Orten an denen auch Frasier von der Leine darf frei laufen. Manchmal hat er zwar immernoch die Tendenz zum Auto zurück zu laufen oder nach Hause (bis auf dieses erste Mal ist er NIE blindwütig davon gerannt), aber in 95 von 100 Fällen kann ich ihn stoppen, zu ihm gehen und ihn anleinen und in 80% der Fälle können wir danach unseren Spaziergang in die usrpüngliche Richtung fortsetzen. Teilweise geht es heute auch schon ihn dann zu mir zu rufen und ohne Leine weiter zu gehen. Ich sage nicht, dass dies der ultimative Weg ist, nur für uns hat es so am Besten funktioniert.

Während dieser ganzen Jahre war Alec im übrigen nie auch nur im geringsten aggressiv oder hat geschnappt, auch in der größten Panik nicht.

Warum Alec diese Angst entwickelt hat, können weder wir uns noch seine Züchter (die uns selbstverständlich die ganzen Jahre mit Rat und Tat zur Seite standen) sich erklären. Es gab kein Ereignis oder ähnliches, er ist in einem Rudel von Wesensfesten Beardies aufgewachsen, trotzdem hatte er plötzlich Angst. Wir haben gemeinsam einen Weg gefunden damit umzugehen, Alec in den meisten Situationen die Sicherheit zu geben die er braucht und damit können wir leben.

Man höhrt inzwischen oft, dass der Bearded Collie angeblich zur Ängstlichkeit neigen würde. Trotz oder gerade weil wir einen ängstlichen Beardie haben können wir das nicht bestätigen! Alec ist einer unter ich weiß nicht wie vielen Beardies wir inzwischen kennen und damit die Ausnahme von der Regel.

Ist der Beardie an sich sensibel? Ja! Ist der Beardie an sich ängstlich? Ein ganz klares Nein!
Das ist zumindest unsere Erfahrung!

Zum Abschluss hier noch ein paar Bilder von Alec:

  Alecs Eltern - (Hanne)lotte und Danny (© R.Ploen)
  Alec obenauf, der Kleine ohne Kragen ist Alec (© R.Ploen)
   
   An Silvester 2004 (© R.Ploen)    Im Februar 2005 (© R.Ploen)
   
   Alec im September 2005 als Halbstarker (© R.Ploen)    Alec im Nov. 2006, das Bild, das mich bezaubert hat (© R.Ploen)
   
   Alec im August 2007 am "Abholtag"    Natürlich gibts auch ein "Standbild" vom Blonden
   
   Der Bollingstedter Löwenhund    Nass und schmuddelig, aber glücklich
   
   Alec liebt den Strand, hier in Dänemark Juni 2010    Wenn es dann noch Stöckchen gibt - perfekt!
   
   Gegen ein Schläfchen ist aber auch nichts einzuwenden.    Im Juli 2010 bekam Alec eine Kurzhaarfrisur
   
   Endlich Schnee im Dezember 2010    Da macht Frasier jagen gleich doppelt soviel Spaß!
   
   Erst wälzen und dann schütteln, herrlich!   Alec im April 2011
  Auf dem Hummelwiesentreffen-Süd im Mai 2011   Oktober 2011 in den Weinbergen wieder im Kurzhaarschnitt
  Februar 2012 endlich ein bischen Schnee   Im März 2012 ganz abgeklärt.