Sophia

Sophia mit dem Drachentöterherz
geb. ca.  01.06.2008
, black-tabby

Sophia

(Eltern unbekannt)



Das Findelkind!

Sie war nicht geplant, aber das Schicksal lässt sich nicht austricksen. Am 12.07.2008, 1 Jahr und 1 Tag nach Sirshas Tod brachte ein Nachbar uns ein ca. 5 - 6 Wochen altes Findelkätzchen - was will man da machen?

ICH wollte keine Hauskatze mehr, ICH wollte NIE eine Tabby und ICH wollte keine Streunerin - aber wer richtet sich schon nach meinen Wünschen ... ?

Ich war gerade mit den Jung´s zum Gassiegehen aus dem Haus gekommen, als mir ein Nachbar mit einem kleinen Kätzchen auf der Schulter entgegen kam. Ob ich wüsste wo die hingehöre? Leider musste ich verneinen. Er habe sie unter einem Auto sitzend gefunden, ganz allein und schreiend. Auch nach längerem Warten sei keine Mutter aufgetaucht, drum versuche er rauszufinden wo die Kleine den hingehören würde.

Was macht man in so einem Fall? Da er sie nicht selber behalten wollte habe ich ihm angeboten, wenn er niemanden finde könne er sie zu mir bringen. Ich war mir sicher, da würde sich schon jemand melden.

Nun gut, 2 Stunden später klingelte es an der Tür und besagter Nachbar samt Familie und Kätzchen stand vor der Tür. Er habe niemand gefunden und auch eine Freundin der Familie die vor kurzem ihre Katze verloren hatte könnte die Kleine nicht nehmen, da sie jetzt erst mal für drei Wochen in die Türkei fliegen würde. Ob ich noch zu meinem Angebot stehen würde, sonst müsste er sie im Tierheim abgeben.

Natürlich stand ich zu meinem Wort und das kleine, ca. 5 Wochen alte Kätzchen zog bei uns ein. Die Beardies waren begeistert und die Kater, na ja, nicht so ganz. Sophia zog erst einmal in die große Hundebox, sie brachte gerade mal knappe 700g auf die Waage, da wollte ich sie noch nicht alleine mit den etwas über begeisterten Hunden und den schockierten Katern (immerhin hat Colin 12kg) rennen lassen.

Mein nächster Weg war zum Telefon, wusste ich doch das Hanne Wolf von den X´Perience Bearded Collies auch noch Britisch Kurzhaar Katzen züchtet. Obwohl wir uns nur aus kurzer Zeit im Forum und ansonsten aus Erzählungen kannten, stand sie mir sofort mit ihrem Rat zur Seite - Danke dafür! Danach habe ich noch kurzentschlossen eine Main Coon Züchterin hier aus unserer Heimatstadt angerufen und bin dann mit der Kleinen zu ihr gefahren, damit sie sie sich mal anschauen konnte. Meine Altersschätzung stellte sich als richtig heraus und auch Melanie Pischem bestätigte mir, dass das Wichtigste erst mal eine Entwurmung war und dass die Ohrmilben bekämpft werden müssten. Gleichzeitig hat sie mir noch ein Milchfläschchen mitsamt Aufzuchtmilch für die Kleine geschenkt. Auch hier vielen herzlichen Dank Fr. Pischem.

Also war der nächste Plan die Kleine zum Tierarzt zu bringen und sie durchchecken zu lassen. Auch unser Haustierarzt schätzte das Kätzchen auf ca. 5 Wochen, deshalb haben wir kurzerhand ihr Geburtsdatum auf 01.06. festgelegt, außerdem gab er mir Entwurmungspaste und was gegen die Ohrmilben mit. Das Abenteuer Katze konnte also weitergehen.

Theoretisch hatte ich mir das so gedacht, dass wir die Kleine aufpäppeln und ihr dann ein neues Zuhause suchen, allerdings hatte ich die Rechnung ohne meinen Mann gemacht. Er verliebte sich in das kleine, graue Bündel und so blieb sie einfach bei uns.

Da das Kätzchen ja nun auch nicht Namenlos bleiben konnte tagte der Familienrat. Eigentlich wollte ich sie ja June nennen, schlussendlich haben wir uns dann aber auf Sophia geeinigt. In Erwartung, dass sie ein bisschen Weisheit und Einsicht mitbringen würde. Tja, teilweise hat´s ja geklappt.

Sophia wuchs und gedieh, die Entwurmungen ließ sie fast klaglos über sich ergehen, das Ohren kneten mit der Anti-Ohrmilben-Lotion fand sie dagegen gar nicht lustig und ich sah eine ganze Zeit lang aus als wenn ich mit den Armen in einen Schredder gekommen wäre.

Füttern mit Flasche und Spritze war bei ihr auch nicht so ganz einfach, aber wir haben es hinbekommen und Sophia hat ziemlich schnell angefangen Trockenfutter zu fressen und die Katzenmilch aus dem Schälchen zu schlabbern. Nassfutter fand und findet sie eklig und geht mit einer Todesverachtung daran vorbei.

Da die Kleine ja öfters Mahlzeiten brauchte und mein Mann und ich beide voll Berufstätig waren habe ich mit meinem Chef gesprochen und der willigte ein, dass ich Sophia ein paar Wochen lang täglich mit ins Büro bringen konnte. Also sind wir jeden Morgen mit der kleineren Hundebox, ausgestattet mit Katzentoilette und Decke, mit dem Auto ins Büro aufgebrochen. Die Kollegen waren begeistert und wenn klein Sophia mal nicht geschlafen hat, konnte sie sich unter Aufsicht frei im Büro bewegen. Alec den ich dabei hatte war natürlich auch von der kleinen Spielkameradin angetan und Leika unser Bürohund zumindest sehr interessiert und freundlich.

Nachdem Sophia dann 1,2kg gewogen hat, haben sich auch die Kater Colin und Tristan mit ihrem Schicksal abgefunden und sie akzeptiert. Somit konnte sie nun endlich frei im ganzen Haus herumgeistern und die Kater ärgern. Während Colin sich auch mal gewehrt hat, wenn klein Sophia ihm zu viel wurde hat Tristan alles über sich ergehen lassen und nicht einmal eine Kralle gegen sie erhoben. Er hatte ganz schön zu leiden unter der kleinen Hexe.

Im laufe der Jahre ist aus Sophia eine hübsche grau-getigerte Katze mit schwarzen Füßen geworden. Sie wiegt nun ausgewachsen knappe 3kg und ist somit nicht die Größte. Was ihr an Kampfgewicht fehlt, macht sie allerdings mit Mut, absoluter Furchtlosigkeit und Dreistigkeit weg.

Von den Hunden lässt sie sich nichts gefallen und wenn sie im Hundekörbchen liegt, braucht keine meinen er könnte sich entweder dazu legen oder sie gar vertreiben! Schwupps hat er sich eine Ohrfeige eingefangen oder Sophia hängt ihm an der Pfote! Mit Frasier lässt sich je nach Laune auch noch toll spielen und sie ist so nett dabei die Krallen eingefahren zu lassen. Ganz so rücksichtsvoll ist sie mit Colin, der ja immerhin fast das 4fache von ihr wiegt, nicht und ab und zu haben sie sich in den Haaren. Meistens jedoch leben sie einträchtig neben- und miteinander.

Wenn sie kuscheln möchte hat sich Sophia eine süße Eigenart angewöhnt. Entweder sie kommt und tatzelt einen so lange mit ihren kalten (typisch Frau) Pfoten an bis man sich in sein Schicksal fügt, oder sie schleckt einem kurzerhand den Arm ab.

Zum Glück wollte sie nie raus gehen und ist vollauf zufrieden mit ihrem Leben im Haus und auf dem Balkon, denn sonst hätten wir ihr doch noch ein neues Zuhause suchen müssen. Nach unserer Erfahrung mit Grizel wird es bei uns keine Freigängerkatze mehr geben.

Hier nun noch ein paar Fotos der kleinen Hexe.

 

  Der erste Tag im neuen Heim   Alec sagt "Hallo"
  Frasier streckt auch schon mal die Nase hin   Klein Sophia noch ganz beeindruckt
  Im August 2008 auf "ihrer" Hundebox   Im November 2008 - keine Angst vor großen Tieren!
  März 2009 aus einer kleine Streunerin   ist eine junge Dame geworden
  Dezember 2009 in der Ruhe liegt die Kraft   März 2010 der Schalk schaut ihr aus den Augen
   
   Im Februar 2012 mit Frasier beim Vögel beobachten